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Die Gefahr schlummert im Schlaf und warum Prävention immer noch besser ist als Rehabilitation - Mai-Stammtisch des VdK stand im Zeichen der Medizin

Malaria oder Gelbfieber gedacht werden, sondern in erster

Linie an TDPP (Tetanus, Diphtherie, Pertussis und Polio), die

alle zehn Jahre aufgefrischt werden muss. Darüber hinaus

muss man mittlerweile auch in unseren Breitengraden an

die Zeckenimpfung denken. Die FSME-Impfung genannte

Schutzimpfung sollte alle drei Jahre aufgefrischt werden.

Für die ältere Generation ab 60 gibt es von der Ärzteschaft

die klare Empfehlung sich auch gegen Pneumokokken

(Schutz gegen Lungenentzündung), Herpes Zoster

(Gürtelrose) sowie Influenza impfen zu lassen. Gerade bei

der Gürtelrose unterschätzen viele Menschen die Gefahr,

denn nahezu jeder und jede trägt den Virus durch eine

vergangene Windpockenerkrankung in sich und dieser ist

maßgeblich dafür verantwortlich, dass die Gürtelrose

ausbricht. Und dazu braucht es nicht viel, um den

schlummernden Virus zum Leben zu erwecken. Oftmals

reicht Stress und/oder Belastung hierfür aus. Dr. Felix von

Blittersdorff erwähnte dabei auch, dass ein

Tropenmediziner der richtige Ansprechpartner für eine

Reiseimpfberatung ist, wenn das nächste Reiseziel weiter

entfernt außerhalb Europas liegen sollte. Apropos Reise,

egal ob innerhalb Deutschlands oder weiter weg, wichtig ist

der Schutz vor einer Thrombose. Mit entsprechenden

Vorerkrankungen oder einem weniger

gesundheitsfreundlichen Lebensstil erhöht

man signifikant

das Risiko eine Thrombose zu erleiden. Daher ist es auf

Reisen wichtig, dass man ausreichend trinkt, sich so gut es

eben geht bewegt (im Flugzeug Aufstehen und gehen) und

ggf Kompressionsstrümpfe trägt.

Zum Ende seines Vortrags ging der Mediziner noch auf ein

Thema ein, dem leider noch zu wenig Beachtung geschenkt

wird, obwohl diese Erkrankung mittlerweile 2-3 Millionen

Menschen betrifft, vorwiegend Männer im fortgeschrittenen

Alter. Die Dunkelziffer ist sicher noch viel höher. OSAS

(Obstruktive Schlafapnoe-Syndrom), so heißt die

Erkrankung, die nicht mit dem Schnarchen zu verwechseln

ist. Dieses Syndrom ist eine ernst zu nehmende

schlafbezogene Atemstörung, bei der es während des

Schlafs wiederholt zur Verringerung oder dem kompletten

Aussetzen der Atmung durch eine Verengung des

Rachenraums kommt.

Diese Atempausen können mehrere hundert Mal pro Nacht

auftreten und bis zu Minuten andauern. Durch den Kollaps

im Bereich der oberen Atemwege kommt es zu einem Abfall

der Sauerstoffkonzentration im Blut und einer

Minderversorgung der Organe. Das Gehirn ist in diesem Fall

als erstes betroffen und schlägt Alarm. Dieser sogenannte

Alarm äußert sich in immer wieder kehrenden

Weckreaktionen, welche den Schlaf fragmentieren und zu

einem nicht erholsamem Schlaf führen. Die Schlafstadien

sind hierdurch gestört. Das Heimtückische daran, der

Blutdruck steigt immens an. Dadurch entsteht die Gefahr

einen Schlaganfall zu erleiden (Diagnostische ambulante

Polygraphie). Was kann man dagegen tun? Als Therapie

schlägt Dr. Felix von Blittersdorff vor die Schlafposition

anzupassen (etwas höher liegen, damit die Zunge nicht in

den Rachenraum fallen kann), beim HNO vorstellen, um

den gesamten Nasen-Rachenbereich begutachten zu

lassen, den Lebensstil anpassen (Nikotinverzicht,

Alkoholgenuss reduzieren), Protrusionsschiene anpassen

lassen (sie verhindert oder verringert das Zurückfallen des

Unterkiefers und die damit einhergehende

Atemwegsoptimierung kann eine deutlich messbare

Verringerung von Atemstillständen bewirken),

Überdruckmaske in der Nacht tragen. Dr. Felix von

Blittersdorff ist davon überzeugt, dass wenn ein relevantes

OSAS vorliegt, die Lebensqualität deutlich verbessert

werden kann. Denn Prävention ist immer besser als

Rehabilitation oder anders gesagt Vorsorge besser als

Nachsorge. Dies wusste schon Sebastian Kneipp und hat

Recht behalten. Zum Abschluss seines sehr interessanten

Vortrags betonte Dr. Felix von Blittersdorff, dass es wichtig

ist einen Hausarzt/eine Hausärztin vor Ort zu haben,

der/die ggf auch Hausbesuche machen kann. Denn der

Hausarzt/die Hausärztin sollte immer die erste Anlaufstelle

sein, die dann alles in den Händen hat und koordiniert.




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