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Beim VdK-Stammtisch wurde die Sicherheit groß geschrieben

Großes Interesse beim dritten Stammtisch -

Präventionsbeauftragter des Polizeireviers Wiesloch klärte

über Enkeltrick & Co auf


Nichts, was es nicht gibt, so Engelhardt. Die Kriminellen

sind schlau und passen sich den Gegebenheiten an, aber

immer mit dem Ziel in die Wohnung ihres Opfers zu

gelangen (Haustürgeschäft) und schließlich an das Hab und

Gut des ausgewählten Opfers zu gelangen. Ob Schockanruf

(falscher Polizeibeamter ruft an und verlangt eine Kaution),

Zustellung eines hochwertigen Pakets (Vorauslage von Geld

für die anschließende Zustellung des Pakets), Online-Daten

ausspionieren (Phishing), Glas Wasser-Trick (Gauner bittet

um ein Glas Wasser), Toiletten-Trick (Gauner bittet die

Toilette benutzen zu dürfen), Zettel-Trick (Gauner bittet um

einen Zettel, um eine wichtige Nachricht beim Nachbarn zu

hinterlassen), Blumenstrauß-Trick (Gauner möchte dem

Nachbarn einen Blumenstrauß da lassen und bittet um eine

Vase mit Wasser), falscher Handwerker/Amtsperson oder

das Angebot für eine Energiesanierung an der Haustür, das

Portfolio der Nepper, Schlepper und Bauernfänger ist

unerschöpflich. Zu einem Schmunzeln bei den Gästen

sorgte der Hinweis des Polizeibeamten, dass mittlerweile

auch vermehrt Heiratsschwindlerinnen ihr Unwesen

treiben. Bewusst betont auf das Feminine, denn die Frauen

stehen den Männer auch in diesem Segment in nichts nach.

Am Telefon ist wohl die bekannteste Masche der Gauner

der Enkeltrick. Vermehrt treten die Kleinkriminellen aber

auch als falsche Polizeibeamte auf. Neben diesen beiden

Methoden gibt es auch den Schockanruf, bei dem gezielt

auf die Anteilnahme und Hilfsbereitschaft des Opfers

gesetzt wird, um Geld zu ergaunern. Auch das

Gewinnversprechen am Telefon erfreut sich mittlerweile

großer gaunerischer Beliebtheit. Hier sollen die Opfer im

Voraus Geld überweisen, um dann den Gewinn

‚freizuschalten‘. Auch per Handy werden potentielle Opfer

auf WhatsApp gelockt, um dort betrogen zu werden

(Messenger-Betrug). Die Heiratsschwindlerinnen bewegen

sich zunehmend auf Datingplattformen und halten dort

nach ihren zukünftigen Opfern Ausschau.

Nachdem Jürgen Engelhardt über die zahlreichen Maschen

und Tricks der Kriminellen berichtet hat, zeigte er

präventive Wege und Handlungen auf, die zielführend sind,

um nicht zum Geschädigten zu werden. Seine Tipps für

Gefahren an der Haustür: Niemanden, den man nicht

kennt, in die Wohnung lassen. Falls vorhanden, vor Öffnen

der Tür, durch den Türspion schauen oder das Fenster

benutzen. Bei vorgelegter Türsperre (falls vorhanden) die

Türe öffnen. Sollte diese noch nicht vorhanden sein, sollte

durch die Türe gesprochen werden. Bei vermeintlichen

Amtspersonen immer den Dienstausweis zeigen und vor

allem aushändigen lassen, um diesen näher in Augenschein

zu nehmen (zum Beispiel: der polizeiliche Dienstausweis

hat auf der Vorderseite ein Lichtbild samt Name, Vorname

und Dienstgrad, auf der Rückseite sind u.a. das

Polizeipräsidium und ein fälschungssicheres Hologramm

eingearbeitet). Bei geringstem Zweifel sollte die

Dienststelle angerufen werden, um die Amtsperson zu

verifizieren. Handwerker sollten nur dann in die Wohnung

gelassen werden, die man auch selbst bestellt hat. Bei

einem Mehrfamilienhaus sollte bei Bedenken die

Hausverwaltung angerufen werden. Auch bei vermeintlich

dringenden Notfällen wie Rohrbrüchen sollte man als Mieter

Ruhe bewahren und erstmal die Hausverwaltung und die

Stadtwerke kontaktieren, um zu erfragen, ob tatsächlich ein

Rohrbruch vorliegt und gemeldet wurde. Bei allem

Vorgehen sollte man die Besucher vor der verschlossenen

Tür stehen lassen. Jürgen Engelhardt sagte trotz allem

Bösen, was draußen vor der Tür lauert, dass man seine

eigene Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft durchaus

behalten soll, aber bei der Hilfe, die man jemanden zugute

kommen lassen möchte, sollte man das Heft des Handelns

in der Hand halten, was heißen soll, dass man Herr über

das Geschehen ist und bleibt. So schließt man zum Beispiel

eigenständig die Wohnungstür und überlasst das Schließen

nicht dem Besucher. Eine gesunde Skepsis ist das Mittel der

Wahl. So auch bei Vertragsabschlüssen an der Haustür. Bei

einem Auftragswert über 40 Euro hat man ein

zweiwöchiges Rücktrittsrecht, darunter nicht. Da ist das

Geld unwiederbringlich weg. Vorsichtig ist auch geboten bei

Transaktionen in das (europäische) Ausland, denn auch hier

ist das Geld unwiederbringlich weg. Die ausländischen

Behörden kooperieren mit den deutschen

(Verfolgungs-)Behörden nicht. Auf Amtshilfe darf man hier

nicht hoffen.

Bei Telefonbetrügereien gilt es ebenfalls hellhörig zu sein.

Am Telefon sollten nie Zusagen gemacht werden. Vorsicht

ist geboten, wenn auf dem Telefondisplay ausländische und

Sondernummern wie 0900 oder 0180 oder 0137 angezeigt

werden. Am Telefon sollten auch keine sensible Daten wie

Bankverbindung usw. übermittelt werden. Hilfreich könnte

auch sein, sich aus dem Telefonbuch austragen zu lassen.

Denn hier schauen auch gezielt die Nepper nach und

suchen gezielt nach älteren Personennamen. Gegen Ende

seines Vortrags überreichte Jürgen Engelhardt

Informationsbroschüren an die Stammtischgäste und

verwies auch auf die Internetseite www.polizei-beratung.de,

auf der sehr hilfreiche Informationen zur Prävention von

Trickbetrug zusammengefasst sind. Bevor er sich

verabschiedete, gab er den Anwesenden folgendes mit auf

den Weg: Egal, was ist und kommt, die Polizei ist immer an

ihrer Seite und hilft. Lieber einmal mehr als zu wenig bei

der Polizei melden.

Dass dies die Stammtischgäste beherzigen wollen, zeigten

das Kopfnicken sowie das beherzte ,Ja, das machen wir‘

von nahezu allen Gästen. Damit zukünftig den Kriminellen

der Nährboden ihres kriminellen Handelns entzogen wird.



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